Tyrannei der Tugend, Die - Calvin und die Reformation in Genf
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Tyrannei der Tugend, Die - Calvin und die Reformation in Genf
Mit 14 Abbildungen und 3 Karten.
Der Calvinismus hat die Welt verändert: Sittenstreng, asketisch und bilderfeindlich hat er zur Entstehung des Kapitalismus beigetragen. Volker Reinhardt erzählt anschaulich, wie es dem wortgewaltigen Prediger Johannes Calvin (1509–1564) gelungen ist, eine ganze Stadt auf einen rigiden moralischen Kurs einzuschwören und zu einem „reformierten Rom“ zu machen.
Vor rund 500 Jahren fand in Genf unter Führung Calvins ein Menschheits-Experiment statt. Sein Ziel war es, zum Ruhme Gottes die Gemeinde im Glauben zusammenzuschweißen und eine neue, strenge Ordnung des Lebens durchzusetzen: ohne Fluchen, Kartenspielen, Bankette und Ehebruch, stattdessen dem Gebet, der Arbeit und der Selbstprüfung gewidmet – unter dem wachsamen Auge der Nachbarn und unter der Aufsicht unermüdlicher Kontrollorgane. Volker Reinhardt zeigt, mit welchen Methoden der Überzeugung, aber auch der Abschreckung dieser Versuch einer umfassenden Disziplinierung schließlich gelungen ist. Und er macht deutlich, welche elementaren Entwicklungen von Genf ausgingen, die die Welt bewegten und sie – in Europa und den USA – bis heute prägen.
"Zum 500. Geburtsjahr Calvins, des Hohepriesters der Pflicht (der bis heute in die puritanische US-Gesellschaft hineinwirkt), hat der Historiker Volker Reinhardt bisher unbekannte Details zur Schattenseite des Reformators vorgelegt. Gerichtsakten beweisen, dass der Prediger zwischen 1541 und 1564 im Freistaat Genf eine Tyrannei der Tugend errichtete. Über ein kirchliches Lenkungsorgan, das ‚Konsistorium’, ließ er das Fluchen und Kartenspielen, das Essen üppiger Speisen sowie das Tanzen auf Hochzeiten verbieten." (Der Spiegel)
A szerzőről:
Volker Reinhardt, geb. 1954, ist Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg.

















