Schriften zur Kunst - Goya - Dannecker
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Schriften zur Kunst - Goya - Dannecker
Die Bilder, die heute im Prado nebeneinander hängen, gehören zu den berühmtesten, aber auch rätselhaftesten Werken der Malerei. Sie verdeckten und enthüllten einander im Geheimkabinett des Ministers Godoy zur Ergötzung seiner Freunde. Sie wurden von den Inquisitioren beschlagnahmt und blieben lange verschwunden. Erst 1900 durften die Nackte Maja und die Bekleidete Maja sich gemeinsam der Öffentlichkeit zeigen.
Ivan Nagel geht auf Goyas spuren der Menschheitsfrage nach, was das Kleid dem Körper ist: Schutz, Schmuck, Versteck, Herrschaftszeichen? Wozu entblößte der Männerblick von Tizian über Manet bis Picasso den schönen Körper: zur Verherrlichung, zur Prostitution?
Um 1800 meißelte Johann Heinrich Dannecker in Stuttgart seine Ariadne auf dem Panther: »das höchste, schönste Ideal einer Frau, die ein schäumendes Panthertier unter ihren Händen zähmt« (Robert Schumann). Die im 19. Jahrhundert berühmteste deutsche Skulptur, heute im Liebieghaus in Frankfurt am Main, wurde als hehres Sinnbild der Kunst verstanden, als dämonisches Frauenbild gefürchtet, auch vielfach karikiert und vermarktet als Porzellanfigur Spielkarte, Souvenir. Wie Ariadne auf dem Panther wahrgenommen wurde und wird (als Göttin, Symbol oder Kitsch), das zeigt Ivan Nagel in diesem mit zahlreichen Bildern illustrierten Text.
Der Künstler als Kuppler. Goyas Nackte und Bekleidete Maja und Zur Lage der Frau um 1800. Danneckers Ariadne auf dem Panther eröffnen die Ausgabe der Gesammelten Schriften Ivan Nagels. Nagel, der am 28. Juni 2011 seinen 80. Geburtstag feiert, war Theaterkritiker, Dramaturg, Intendant und Professor für Ästhetik und Geschichte der Darstellenden Künste. Hier begegnen wir ihm als präsizen und hellsichtigen Interpreten großer Kunstwerke und der modernen Krise in der Beziehung von Mann und Frau.














